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Der Virus
Der Morus-Virus (MV-26)ist eine latente Virusinfektion, die sich über luftgetragene Partikel verbreitet. Die komplette Weltbevölkerung trägt den Erreger bereits in sich, ohne Symptome zu zeigen. Solange der Wirt lebt, bleibt das Virus inaktiv. Erst wenn sämtliche biologischen Funktionen des Körpers zum Stillstand kommen, wird der Erreger aktiv. Stirbt ein infizierter Mensch – unabhängig von der Todesursache –, reanimiert der Morus-Virus den Körper, sofern das Gehirn nicht durch ein schweres Kopftrauma oder eine vollständige Zerstörung irreparabel beschädigt wurde. Dabei bleiben zahlreiche Körperfunktionen erhalten, wodurch der natürliche Verwesungsprozess deutlich verlangsamt wird.

Die Reanimation eines verstorbenen Wirts kann zwischen drei Minuten und acht Stunden nach dem Tod einsetzen. Wie schnell dieser Prozess verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Beobachtungen deuten darauf hin, dass Menschen, die unter starkem Stress, mit hohem Adrenalinspiegel oder während gewaltsamer Auseinandersetzungen starben, häufig schneller reanimieren als Personen, die eines natürlichen oder ruhigeren Todes starben. Auch Alter, Körpermasse und der allgemeine Gesundheitszustand scheinen Einfluss auf die Dauer der Reanimation zu haben.

Während der Reanimation wird ausschließlich das Hinterhirn – insbesondere der Hirnstamm und das Kleinhirn – wieder aktiviert. Dadurch erhalten die Infizierten ihre grundlegenden motorischen Fähigkeiten sowie ihre Sinneswahrnehmung zurück. Höhere Gehirnfunktionen bleiben jedoch dauerhaft inaktiv. Erinnerungen, Persönlichkeit, Sprache und rationales Denken gehen vollständig verloren. Die Reanimierten handeln ausschließlich nach primitiven Instinkten und werden von unkontrollierbarer Aggression sowie dem Drang geleitet, lebende oder frisch verstorbene Organismen anzugreifen und zu fressen. Sie besitzen weder Selbstbewusstsein noch die Fähigkeit, Entscheidungen zu treffen oder Emotionen zu empfinden.

Nach der Reanimation enthalten sämtliche Körperflüssigkeiten des Wirts – insbesondere Blut und Speichel – den aktiven Überträger des Morus-Virus. Eine Infektion kann durch Bisse, tiefe Kratzer oder den Kontakt infizierter Körperflüssigkeiten mit offenen Wunden erfolgen. Gelangt der Erreger in den Blutkreislauf eines gesunden Menschen, breitet er sich rasch im Körper aus und befällt das zentrale Nervensystem. Dabei löst er eine massive Immunreaktion aus, die innerhalb kurzer Zeit zum Versagen lebenswichtiger Organe führt und schließlich den Tod verursacht.

Eine Infektion durch den aktiven Überträger verläuft nahezu immer tödlich. Die einzige bekannte Möglichkeit, eine Ansteckung zu verhindern, besteht darin, eine infizierte Gliedmaße unmittelbar nach der Verletzung vollständig zu amputieren, bevor sich der Erreger im Blutkreislauf ausbreiten kann. Ist die Infektion bereits fortgeschritten, gibt es keine bekannte Behandlung oder Heilung.

Ein reanimierter Wirt kann nur endgültig ausgeschaltet werden, indem das Gehirn zerstört wird. Schüsse oder schwere Verletzungen anderer Körperregionen beeinträchtigen den Zombie zwar kurzfristig, führen jedoch nicht zu seinem endgültigen Tod. Aus diesem Grund gelten gezielte Treffer auf den Kopf als einzige verlässliche Methode, einen Infizierten dauerhaft außer Gefecht zu setzen.

Die Zeitspanne zwischen einer Infektion durch einen Biss oder Kratzer und dem Tod des Wirts variiert. Entscheidend sind unter anderem die Anzahl und Schwere der Verletzungen, deren Lage am Körper, der Blutverlust sowie der allgemeine Gesundheitszustand der betroffenen Person. In den meisten Fällen tritt der Tod innerhalb von 48 Stunden nach der Infektion ein. Anschließend beginnt der Reanimationsprozess erneut.

Darüber hinaus kann der Kontakt mit größeren Mengen infizierten Blutes gesundheitliche Folgen haben. Wird beispielsweise eine Wasserquelle mit Blut eines reanimierten Wirts kontaminiert und daraus getrunken, können schwere bakterielle Erkrankungen wie Cholera auftreten. Nach aktuellem Kenntnisstand führt dies jedoch nicht zu einer direkten Infektion mit dem aktiven Überträger des Morus-Virus, solange keine Aufnahme über den Blutkreislauf oder offene Wunden erfolgt.