Vor 6 Stunden
Szeneninformationen
Charaktere: Bang Young-mi & Cho Taegun
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 12. November 2026
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 12. November 2026
Seine Schuhsohlen quietschten auf den feuchten Fliesen, als er um die nächste Ecke hastete und dabei mit der Schulter gegen einen metallenen Türrahmen stiess. Irgendwo hinter ihm polterte es, begleitet von jenem feuchten Gurgeln, das er mittlerweile nur zu gut kannte. Vermutlich hatte einer seiner Verfolger Bekanntschaft mit einem statischen Objekt gemacht. Offenbar hatten sie also doch nicht jeden Teil ihrer Menschlichkeit verloren. Dämlich und tollpatschig waren sie schliesslich immer noch.
Wobei er sich selbst nicht einmal aus dieser Rechnung ausnahm. Immerhin war er dämlich genug gewesen, in diesem verdammten Schwimmbad zu landen, obwohl er dort definitiv nicht hatte landen wollen. Schwimmbäder waren schon immer wie Labyrinthe gewesen, und eine Zombieapokalypse machte die Orientierung darin nicht gerade einfacher. Sublimity, dachte er. So hiess Level 37 der Backrooms. Ein weitläufiger Komplex aus miteinander verbundenen Räumen und Gängen, der in welligem, lauwarmem Wasser versunken war. Wenig überraschend, dass dieser Level von Hallenbädern wie diesem inspiriert war. Nur gab es in den Backrooms meistens keine Zombies, was allerdings nicht bedeutete, dass sie deshalb sicherer waren. Tatsächlich waren ihm die Zombies letztendlich sogar lieber als die Entities, die sich dort herumtrieben. Bei den Zombies wusste er immerhin, wohin er zielen musste, um sie aus der Existenz zu löschen.
Wie auch immer. Eigentlich hatte sein Plan lediglich darin bestanden, den Snackladen der Bude um ein paar Vorräte zu erleichtern und anschliessend in das kleine Bürogebäude zurückzukehren, in dem er sich derzeit mit Giselle versteckte. Dass es hier von diesen Drecksviechern nur so wimmelte, hätte man vielleicht erwarten sollen, aber so wirklich damit gerechnet hatte er nicht. Und nun durfte er zusehen, wie er seinen Arsch wieder aus dieser Situation rettete.
Er stiess die nächste Tür auf und sah sich kurz um. Chlorgeruch schlug ihm entgegen, schwächer als früher, aber dennoch unverkennbar. Vor ihm erstreckte sich die eigentliche Schwimmhalle. Ein weitläufiger, offener Raum mit breiten Becken, nassen Fliesen, einer Glasfront, durch die das letzte Tageslicht fiel, Sprungtürmen und einer Wasserrutsche. Ein denkbar schlechter Ort, um sich zu verstecken, denn Deckung gab es hier kaum. Die Rutsche bot immerhin einen erhöhten Rückzugsort, der nicht von allen Seiten zugänglich war. Zumindest würde er dort nicht gleich von mehreren dieser Viecher gleichzeitig überrannt werden.
Hinter sich zog er die Tür zu und blockierte sie notdürftig mit einem Besenstiel. Kurz darauf krachte etwas gegen das Metall. Nicht besonders heftig, aber doch fest genug, um ihn daran zu erinnern, dass seine unerwünschte Fanbase noch immer an ihm interessiert war. Taegun wartete nicht darauf, dass sie einen Weg hinein fanden, sondern setzte sich in Bewegung und steuerte die Wasserrutsche an.
Er nahm die Stufen und Sprossen nach oben, hielt jedoch auf halbem Weg inne. Irgendetwas hatte seine Aufmerksamkeit erregt. Ein leises Geräusch, das weder von den Zombies hinter ihm noch vom Wasser in den Becken zu stammen schien. Vielleicht hatte er sich auch getäuscht, doch irgendetwas sagte ihm, dass er hier nicht allein war. Entsprechend vorsichtig legte er die letzten Meter zurück, eine Hand fest um den Griff seiner Waffe geschlossen.
Menschen waren inzwischen mindestens genauso beschissen einzuschätzen wie Zombies. Bei denen wusste man wenigstens, woran man war. Sie wollten fressen. Ende der Motivationsanalyse. Menschen hingegen logen, schossen, klauten und erzählten einem danach noch, man hätte sie dazu gezwungen.
Als sein Kopf schliesslich über die Kante der Plattform ragte, bestätigte sich sein Verdacht. Da war tatsächlich jemand. Taegun hielt abrupt inne. Sein Blick wanderte von der Gestalt zum Rucksack, weiter zu der geöffneten Packung Kekse und schliesslich wieder zurück. Offenbar hatte sich hier jemand häuslich eingerichtet. Das Poltern an der Tür unter ihnen erinnerte ihn allerdings daran, dass er gerade keine besonders grosse Auswahl an Alternativen hatte. Ob es der Fremden nun passte oder nicht, er würde sich zumindest so lange hier oben aufhalten müssen, bis seine Verfolger eine interessantere Beschäftigung gefunden hatten.
Langsam hob er eine Hand, während die andere dort blieb, wo sie war, ohne dass er die Waffe direkt auf sie richtete. "Bevor du irgendwas Dummes machst," begann er leise und warf einen kurzen Blick zurück in Richtung Halle, "ich bin nicht wegen deiner Kekse hier." Sein Blick fand wieder den der jungen Frau, und seine Lippen verzogen sich zu einem schiefen Lächeln. "Die sehen sowieso ziemlich erbärmlich aus."



