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		<title><![CDATA[Project: SURVIVE - The Past]]></title>
		<link>https://projectsurvive.cherokee-rose.de/</link>
		<description><![CDATA[Project: SURVIVE - https://projectsurvive.cherokee-rose.de]]></description>
		<pubDate>Wed, 19 Aug 2026 23:45:34 +0000</pubDate>
		<generator>MyBB</generator>
		<item>
			<title><![CDATA[Before Tomorrow]]></title>
			<link>https://projectsurvive.cherokee-rose.de/showthread.php?tid=57</link>
			<pubDate>Sun, 02 Aug 2026 16:10:06 +0200</pubDate>
			<dc:creator><![CDATA[<a href="https://projectsurvive.cherokee-rose.de/member.php?action=profile&uid=19">Kwon Woo-Jin</a>]]></dc:creator>
			<guid isPermaLink="false">https://projectsurvive.cherokee-rose.de/showthread.php?tid=57</guid>
			<description><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Die Nacht lag warm über Incheon und tauchte die Straßen in ein Meer aus Licht. Hinter den gläsernen Fassaden der Hochhäuser spiegelten sich die Neonreklamen der Geschäfte, während Leuchtschilder in kräftigen Farben über den Gehwegen flimmerten und sich auf dem noch leicht feuchten Asphalt brachen. Autos glitten gleichmäßig durch die Straßen, Fahrräder zogen an den Bürgersteigen vorbei und aus den geöffneten Türen kleiner Restaurants drangen Gesprächsfetzen, Gelächter und der Duft von gebratenem Fleisch, Knoblauch und Sesamöl hinaus. Es war eine dieser besonderen Abendstunden, in denen die Stadt lebendig wirkte – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">geschäftig</span>, laut und doch auf ihre eigene Weise beruhigend.<br />
Dennoch, <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">irgendwas</span> lag in der milden Luft. Nah aber nicht greifbar genug, um den Leuten wirklich Angst zu machen. <s>Noch nicht.</s> Die Bildschirme über den Bahnsteigen zeigten Nachrichtensprecher mit ernsten Mienen und unter ihnen flimmerten Schlagzeilen über eine rätselhafte Krankheit auf. In den sozialen Netzwerken sprach ohnehin jeder darüber. Die einen lachten darüber und bezeichneten alles als '<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Corona 2.0'</span>, andere diskutierten hitzig über Verschwörungstheorien oder behaupteten, die Regierung verschweige das Wichtige. Woo-Jin schenkte den Schlagzeilen kaum mehr als einen flüchtigen Gedanken. Krankheiten kamen und gingen. Menschen machten sich verrückt. Die Medien lebten schließlich davon, jede Kleinigkeit größer erscheinen zu lassen als sie eigentlich war. Wahrscheinlich würde in ein paar Wochen ohnehin niemand mehr darüber sprechen.<br />
<br />
Viel wichtiger war ihm, dass <i>sie</i> heute wieder allein in der Spätschicht arbeitete. Mit ruhigen Bewegungen stellte er sein Fahrrad vor der ansonsten gut besuchtem Apotheke ab, schob den Ständer mit einem leisen Klicken herunter und strich sich eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht. Am Lenker hing ein schlichter Pappbecher, aus dessen Deckel noch immer angenehme Wärme aufstieg. Genau die Sorte Kaffee, die Ji-Eun mochte und mit einem zusätzlichen Schuss Vanille, obwohl sie jedes Mal behauptete, das sei völlig unnötig. Er hatte trotzdem nie aufgehört ihn genauso zu bestellen.<br />
Mit einem warmen Lächeln im Schlepptau griff er nach dem Becher, zog die Glastür vom Laden auf und wurde sofort vom vertrauten Duft nach Desinfektionsmittel, Kosmetikprodukten und sauberer Raumluft empfangen. Das helle Licht ließ den Verkaufsraum beinahe steril wirken, nur vereinzelte Werbeaufsteller lockerten die geraden Regalreihen auf, zwischen denen inzwischen eine fast ungewohnte Leere herrschte. Sein wacher Blick blieb für einen Moment an den Regalen mit Schmerzmitteln und Fiebermedikamenten hängen. Einige Fächer waren beinahe leer, auch Desinfektionsmittel schienen deutlich weniger geworden zu sein als noch vor wenigen Tagen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hm.</span>“ Leise schloss sich die Tür hinter ihm. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Entweder halb Incheon hat plötzlich Kopfschmerzen-</span>“, begann er ruhig, doch das jungenhafte Grinsen auf seinen Lippen vertiefte sich bereits. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">... oder die Leute bereiten sich echt auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Corona 2.0</span> vor.</span>“ Nach einer angedeuteten Verbeugung zur Kasse, dem üblichen Gruß, wenn man einen Laden betrat, hob er den Kaffeebecher selbsterklärend hoch. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Falls das so weitergeht, verkauft ihr morgen wahrscheinlich auch noch Vitamingummis zum Schwarzmarktpreis. Würde behaupten, nicht ganz so schlecht für's Geschäft?</span>“ Seine braunen Augen wanderten schließlich durch den Raum bis sie die Gestalt der Verkäuferin fanden und, wie so oft, wirkte Ji-Eun konzentriert. Sie erledigte die letzten Handgriffe des Tages mit derselben stoischen Selbstverständlichkeit, die ihn schon beim ersten Mal hatte länger hinschauen lassen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich habe übrigens zufällig einen Kaffee zu viel gekauft</span>.“ <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Glatte Lüge</span>, das wussten beide. Er trat an den Tresen heran und stellte den Becher vorsichtig vor ihr ab.<br />
<br />
Ohne eine Antwort abzuwarten, lehnte er sich locker gegen den Tresen und ließ sein Interesse erneut durch die Apotheke schweifen. Fast automatisch fiel ihm auf, welche Produkte häufiger verkauft worden waren, welche Kartons bereits zum Nachfüllen bereitstanden und welche Regale beinahe unangetastet wirkten. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Brauchst du noch Hilfe?</span>“ Woo-Jin zog los, in den Gang mit den Kosmetikartikeln und blieb dort wieder stehen. Ein kleiner Tester für Handcreme schaute ihn an. Neugierig nahm er die Tube in die Hand, gab eine winzige Menge auf seinen Handrücken und rieb sie langsam ein, dann verzog er nachdenklich die Lippen als er den Duft bemerkte. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Riecht irgendwie nach frisch gewaschener Bettwäsche.</span>“ Noch einmal schnupperte er daran, um seine Einschätzung zu überprüfen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">... ist das jetzt im Trend?</span>“ Ein belustigtes Schmunzeln huschte über seine sonnengeküsste Miene, ehe er die Tube wieder ordentlich an ihren Platz stellte.<br />
Seine Finger glitten automatisch über die Kante des Regals, richteten einen leicht schief stehenden Werbeaufsteller wieder gerade und blieben dann kurz an einem kleinen Stapel Einkaufskörbe hängen, den er ebenso selbstverständlich ordentlich ineinanderschob. Er tat solche Dinge, ohne groß darüber nachzudenken. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Finde immer noch, dein Chef sollte dich abends, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> alleine hier lassen</span>.“ Dabei blieb sein Ton leicht, doch zwischen den Worten lag ehrliche Sorge. Er sah wieder zu ihr hinüber. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mir ist klar, dass das hier völlig normal ist und wahrscheinlich jede zweite Apotheke das genauso macht, aber es fühlt sich trotzdem komisch an.</span>“ Ein kleines Achselzucken unterstrich seine Bedenken.<br />
Draußen fuhr ein Bus an den großen Fenstern vorbei, sein Licht glitt für einen Augenblick über den Boden der Apotheke und verschwand wieder in der Nacht. Ein Passant schlürfte draußen an der gläsernen Scheibe vorbei, ziemlich langsam, aber das war abends mal üblich. Nach Feierabend genehmigten sich viele Angestellte ein Bier zu viel bei den Imbissen. Für einen flüchtigen Moment wurde es still und der Sportler ließ seine Aufmerksamkeit zur Eingangstür wandern. Eine Angewohnheit, die ihm längst in Fleisch und Blut übergegangen war. Niemand kam rein, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">keine Störung</span>.<br />
Also, wandte Woo-Jon sich zu Ji-Eun um und schenkte ihr ein Lächeln, überging das Innehalten des Augenblicks gekonnt und wartete, was sie ihm von ihrer Schicht berichten wollte.</div>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="text-align: justify;" class="mycode_align">Die Nacht lag warm über Incheon und tauchte die Straßen in ein Meer aus Licht. Hinter den gläsernen Fassaden der Hochhäuser spiegelten sich die Neonreklamen der Geschäfte, während Leuchtschilder in kräftigen Farben über den Gehwegen flimmerten und sich auf dem noch leicht feuchten Asphalt brachen. Autos glitten gleichmäßig durch die Straßen, Fahrräder zogen an den Bürgersteigen vorbei und aus den geöffneten Türen kleiner Restaurants drangen Gesprächsfetzen, Gelächter und der Duft von gebratenem Fleisch, Knoblauch und Sesamöl hinaus. Es war eine dieser besonderen Abendstunden, in denen die Stadt lebendig wirkte – <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">geschäftig</span>, laut und doch auf ihre eigene Weise beruhigend.<br />
Dennoch, <span style="text-decoration: underline;" class="mycode_u">irgendwas</span> lag in der milden Luft. Nah aber nicht greifbar genug, um den Leuten wirklich Angst zu machen. <s>Noch nicht.</s> Die Bildschirme über den Bahnsteigen zeigten Nachrichtensprecher mit ernsten Mienen und unter ihnen flimmerten Schlagzeilen über eine rätselhafte Krankheit auf. In den sozialen Netzwerken sprach ohnehin jeder darüber. Die einen lachten darüber und bezeichneten alles als '<span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Corona 2.0'</span>, andere diskutierten hitzig über Verschwörungstheorien oder behaupteten, die Regierung verschweige das Wichtige. Woo-Jin schenkte den Schlagzeilen kaum mehr als einen flüchtigen Gedanken. Krankheiten kamen und gingen. Menschen machten sich verrückt. Die Medien lebten schließlich davon, jede Kleinigkeit größer erscheinen zu lassen als sie eigentlich war. Wahrscheinlich würde in ein paar Wochen ohnehin niemand mehr darüber sprechen.<br />
<br />
Viel wichtiger war ihm, dass <i>sie</i> heute wieder allein in der Spätschicht arbeitete. Mit ruhigen Bewegungen stellte er sein Fahrrad vor der ansonsten gut besuchtem Apotheke ab, schob den Ständer mit einem leisen Klicken herunter und strich sich eine dunkle Haarsträhne aus dem Gesicht. Am Lenker hing ein schlichter Pappbecher, aus dessen Deckel noch immer angenehme Wärme aufstieg. Genau die Sorte Kaffee, die Ji-Eun mochte und mit einem zusätzlichen Schuss Vanille, obwohl sie jedes Mal behauptete, das sei völlig unnötig. Er hatte trotzdem nie aufgehört ihn genauso zu bestellen.<br />
Mit einem warmen Lächeln im Schlepptau griff er nach dem Becher, zog die Glastür vom Laden auf und wurde sofort vom vertrauten Duft nach Desinfektionsmittel, Kosmetikprodukten und sauberer Raumluft empfangen. Das helle Licht ließ den Verkaufsraum beinahe steril wirken, nur vereinzelte Werbeaufsteller lockerten die geraden Regalreihen auf, zwischen denen inzwischen eine fast ungewohnte Leere herrschte. Sein wacher Blick blieb für einen Moment an den Regalen mit Schmerzmitteln und Fiebermedikamenten hängen. Einige Fächer waren beinahe leer, auch Desinfektionsmittel schienen deutlich weniger geworden zu sein als noch vor wenigen Tagen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Hm.</span>“ Leise schloss sich die Tür hinter ihm. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Entweder halb Incheon hat plötzlich Kopfschmerzen-</span>“, begann er ruhig, doch das jungenhafte Grinsen auf seinen Lippen vertiefte sich bereits. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">... oder die Leute bereiten sich echt auf <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Corona 2.0</span> vor.</span>“ Nach einer angedeuteten Verbeugung zur Kasse, dem üblichen Gruß, wenn man einen Laden betrat, hob er den Kaffeebecher selbsterklärend hoch. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Falls das so weitergeht, verkauft ihr morgen wahrscheinlich auch noch Vitamingummis zum Schwarzmarktpreis. Würde behaupten, nicht ganz so schlecht für's Geschäft?</span>“ Seine braunen Augen wanderten schließlich durch den Raum bis sie die Gestalt der Verkäuferin fanden und, wie so oft, wirkte Ji-Eun konzentriert. Sie erledigte die letzten Handgriffe des Tages mit derselben stoischen Selbstverständlichkeit, die ihn schon beim ersten Mal hatte länger hinschauen lassen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Ich habe übrigens zufällig einen Kaffee zu viel gekauft</span>.“ <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">Glatte Lüge</span>, das wussten beide. Er trat an den Tresen heran und stellte den Becher vorsichtig vor ihr ab.<br />
<br />
Ohne eine Antwort abzuwarten, lehnte er sich locker gegen den Tresen und ließ sein Interesse erneut durch die Apotheke schweifen. Fast automatisch fiel ihm auf, welche Produkte häufiger verkauft worden waren, welche Kartons bereits zum Nachfüllen bereitstanden und welche Regale beinahe unangetastet wirkten. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Brauchst du noch Hilfe?</span>“ Woo-Jin zog los, in den Gang mit den Kosmetikartikeln und blieb dort wieder stehen. Ein kleiner Tester für Handcreme schaute ihn an. Neugierig nahm er die Tube in die Hand, gab eine winzige Menge auf seinen Handrücken und rieb sie langsam ein, dann verzog er nachdenklich die Lippen als er den Duft bemerkte. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Riecht irgendwie nach frisch gewaschener Bettwäsche.</span>“ Noch einmal schnupperte er daran, um seine Einschätzung zu überprüfen. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">... ist das jetzt im Trend?</span>“ Ein belustigtes Schmunzeln huschte über seine sonnengeküsste Miene, ehe er die Tube wieder ordentlich an ihren Platz stellte.<br />
Seine Finger glitten automatisch über die Kante des Regals, richteten einen leicht schief stehenden Werbeaufsteller wieder gerade und blieben dann kurz an einem kleinen Stapel Einkaufskörbe hängen, den er ebenso selbstverständlich ordentlich ineinanderschob. Er tat solche Dinge, ohne groß darüber nachzudenken. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Finde immer noch, dein Chef sollte dich abends, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">nicht</span> alleine hier lassen</span>.“ Dabei blieb sein Ton leicht, doch zwischen den Worten lag ehrliche Sorge. Er sah wieder zu ihr hinüber. „<span style="font-weight: bold;" class="mycode_b">Mir ist klar, dass das hier völlig normal ist und wahrscheinlich jede zweite Apotheke das genauso macht, aber es fühlt sich trotzdem komisch an.</span>“ Ein kleines Achselzucken unterstrich seine Bedenken.<br />
Draußen fuhr ein Bus an den großen Fenstern vorbei, sein Licht glitt für einen Augenblick über den Boden der Apotheke und verschwand wieder in der Nacht. Ein Passant schlürfte draußen an der gläsernen Scheibe vorbei, ziemlich langsam, aber das war abends mal üblich. Nach Feierabend genehmigten sich viele Angestellte ein Bier zu viel bei den Imbissen. Für einen flüchtigen Moment wurde es still und der Sportler ließ seine Aufmerksamkeit zur Eingangstür wandern. Eine Angewohnheit, die ihm längst in Fleisch und Blut übergegangen war. Niemand kam rein, <span style="font-style: italic;" class="mycode_i">keine Störung</span>.<br />
Also, wandte Woo-Jon sich zu Ji-Eun um und schenkte ihr ein Lächeln, überging das Innehalten des Augenblicks gekonnt und wartete, was sie ihm von ihrer Schicht berichten wollte.</div>]]></content:encoded>
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