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Before Tomorrow
vor dem Ausbruch der Seuche | Innenstadt Incheon
Szeneninformationen
Charaktere
Szeneneinstellung
feste Postreihenfolge
Datum
18. Juli 2026
Kwon Woo-Jin

Kwon Woo-Jin
24 Jahre alt
14.02.2001
Jung-gu (중구)
Fireflies
Versorgungssuche
ledig
Mai
#7
Szeneninformationen
Charaktere: Kwon Woo-Jin & Song Jieun
Szeneneinstellung: feste Postreihenfolge
Datum: 18. Juli 2026
Ein verdächtiges Schmunzeln umspielte noch die Lippen vom Baseballer, denn Ji-Eun stand mit verschränkten Armen vor ihm und bemaß ihn einem unverkennbaren Blick, der eine Mischung aus Misstrauen und Genervtheit in sich vereinte. „Mein größtes Kapital ist mein Charakter, danach kommt meine Gesundheit und mein Körper.“, betonte er nach ihrem desinteressierten Einwurf und musste leise lachen, weil sie seine Position auf dem Feld absichtlich wieder falsch hinstellte. „Ich bin nicht der Mann mit dem Schläger. Wir müssen das jeder trainieren, aber tatsächlich bin ich einer der Läufer und am schnellsten unterwegs. Wüsstest du, wenn du dich öfter blicken lassen würdest. Gibt ja auch gratis Hot Dogs und Getränke in der Lounge.“ Die überreichten Karten für das nächste Spiel am Wochenende, verschafften ihr nicht nur gute Plätze mit freiem Sichtfeld, auch den Zugang zu unlimitierten Goodies.
„Wir könnten die Nachrichten und das Fernsehen privat boykottieren, nur dann verpasst man leicht mal was Wichtiges.“ Unwetterwarnungen und Ausnahmezustände wurden per Handy angekündigt und überall in der Stadt starteten dann Sirenen, sowas übersah und -hörte niemand. Auf etwaige Geschichten zu Promi-Skandalen konnte er getrost verzichten. Klatsch und Trasch war eh nie seins, außer natürlich er bekam auf ihrem Campus mit, wie sich ihre Kommilitonen über sein Kätzchen unterhielten, dann machte der Sonnenschein große Ohren.
„Muss sein.“, plädierte Mr. Gesundheitsfanatiker im Werden auf ihr Seufzen, dass er sich nur zu einem Kompromiss hinreißen ließ. Erst essen, dann ihre Sucht befriedigen, auch wenn er sich andere, effektivere Alternativen vorstellen konnte, um ihren antrainierten Trieb für Nikotin auszuhebeln. „Sei froh, dass ich dich nicht mit einer Umgewöhnung nerve. Hätte da ein, zwei Ideen.“ Den Einwurf gab der Bursche unter einem Murmeln preis, das gar nicht bestimmt war, ihre Ohren zu quälen, denn er wusste, dass die junge Studentin sich weder verdrehen ließ, noch von ihren Zigaretten ablassen würde, außer irgendein unvorhergesehener Umstand nötigte sie dazu. Er musste mit ihrer kleinen Giftwolke einfach klarkommen, notfalls, so merkte sich Woo-Jin hielt er eben Kaugummi, Deo und einen Mini-LED Ventilator bereit, damit er ihren Glow-Up nach dem Rauchen bestens unterstützen konnte.

Abschätzend bewegte der Sportler den Kopf, er wägte das Ja und Nein zu ihrer Nachfrage ab, während seine braunen Teddybäraugen den roten Fleck am Boden anpeilten. Dann beobachtete er, wie ihr Blick an seinem vorgeschobenen Bein hinaufwanderte, wie sich ihre Augen leicht verengten und ihre Stimme diesen trockenen Unterton annahm, den er inzwischen beinahe mit ihr verband. Es faszinierte ihn jedes Mal aufs Neue, wie viel sie sagte, obwohl sie so wenig preisgeben wollte.
„Möglich?“, erwiderte er schließlich mit dieser angenehm warmen Stimme, die selbst dann nie an Schärfe gewann, wenn sie ihn anzickte. „Ich kenne da zufällig jemanden, der aus Trotz genau auf solche dummen Ideen kommen könnte. Blut ablecken, damit rumspielen, es verschmieren ..“ Dabei lächelten seine Augen sie an, noch bevor seine Lippen es vollbrachten. Sein Kätzchen erwähnte, dass der Mann gewirkt habe, wie jemand mit Fieber oder unter Drogeneinfluss, warum das Schmunzeln aus seiner Miene schwand. Er blinzelte nochmal zum kleinen Blutfleck. Zu klein, um wirklich beunruhigend zu sein, aber auch zu auffällig, um ihn ganz zu vergessen. „Hm.“, brachte er überlegend kund, mehr ein halbes Murren, dann nickte er langsam und schob die besorgten Gedanken beiseite. Ji-Eun lag sicher richtig, wenn sie davon ausging, dass es sich beim Kunden um einen Betrunkenen oder Kranken handelte. Die letzten Tage schienen die Menschen ohnehin merkwürdiger zu werden, trotzdem zwang sich sein Kopf fast automatisch dazu, Zusammenhänge zu suchen, obwohl es dafür überhaupt keinen Grund gab.
Erst ihre Aufforderung, draußen zu warten, holte ihn zurück. „Jawohl!“ Mit gespieltem Gehorsam hob er beide Hände. „Ich wage es nicht, einer furchteinflößenden Apothekerin zu widersprechen.“ Die Nebenjobberin trat weg und er schaute ihr nach. Der Kittel rutschte von ihren Schultern, während sie im Gehen bereits die Ärmel abstreifte. Es war erstaunlich, wie sehr dieses sterile Weiß sie von dem Menschen unterschied, der darunter steckte. Woo-Jin blieb noch einen Moment stehen, dann horchte er auf das Schließen der Tür vom Mitarbeiterraum im hinteren Ladenabschnitt.
Eilig schoss Jin voraus, zog aus seinen Jacken seine Geschenke und peilte die Theke mit ihrer Tasche an. Er prägte sich ein, wie sie da lag, öffnete leise den Reißverschluss, stopfte Pfefferspray & Co. hinein und schloss das Ganze wieder. Peinlich genau, achtete er darauf, dass die Tasche wieder genauso dalag, wie wenige Sekunden davor, erst dann sauste er in Richtung Ein- und Ausgang und verließ den Laden.

Die Luft war angenehm mild geworden. Neonlichter spiegelten sich auf den Scheiben der vorbeifahrenden Autos, irgendwo lachte eine Gruppe Studenten und vom Imbiss an der Straßenecke wehte der vertraute Duft von Gochujang, gegrilltem Fleisch und Sesam herüber. Woo-Jin löste sein Fahrrad vom Geländer, stellte es auf den Gehweg und wartete geduldig.
Die Dunkelhaarige brauchte nicht lange bis sie bei ihm auftauchte und er wandte sich zu ihr um. Sofort fielen ihm ihr offenes Haar auf, es fiel ihr locker über die Schultern, die dunkle Lederjacke ließ den weißen Kittel und alles, wofür dieser stand, mit einem Mal verschwinden. „Steht dir vieeeeel besser.“, sagte er mit einem sanften Lächeln und wies unauffällig auf ihre Lederjacke. „Definitiv mehr du.“ Ganz nebenbei, trat er einen Schritt zur Seite, legte wie selbstverständlich eine Hand an den Lenker und drehte das Fahrrad leicht, sodass sie sich setzen konnte, wenn sie wollte. Mit einem kleinen Kopfnicken deutete er auf den Sattel. „Mylady, darf ich Sie zu dieser Kutschfahrt einladen?“ Ihm war längst klar, dass sie das vermutlich ablehnen würde, dennoch fragte er jedes Mal. Fürsorge war für ihn nie davon abhängig, ob jemand sie annahm. Woo-Jin handelte da aus einem einfachen, persönlichen Prinzip.
Gemeinsam setzte sich das ungleiche Duo in Bewegung. Jin schob das Fahrrad ruhig neben sich her, während sie die Hauptstraße hinter sich ließen und den kleinen Park durchquerten, der den Weg zu den nächtlichen Imbissständen angenehm verkürzte. Der Lärm der Autos verlor sich allmählich hinter ihnen, wurde vom leisen Zirpen der Grillen und dem sanften Rascheln der Bäume ersetzt. Es war einer dieser Abende, an denen sich die Stadt friedlich anfühlte, als gäbe es nichts auf der Welt, das diesen Moment stören könnte. Eine Weile ließ er diese Ruhe einfach zwischen ihnen bestehen. Er wusste, dass Ji-Eun niemand war, der jede Stille mit Worten füllen musste, gerade deshalb mochte er sie.
„Wie läuft eigentlich deine Hausarbeit?“, fragte er schließlich und warf ihr einen kurzen Blick zu. „Du meintest doch letztens, dass du kurz davor warst, sie gegen die Wand zu werfen. Hat sie inzwischen überlebt oder musstest du sie schon mehrfach künstlich wiederbeleben?“ Ein belustigtes Lächeln legte sich auf seine Lippen, bevor ihm noch etwas einfiel. „Ach- .. und bevor ich es wieder vergesse!“ Fast ein wenig verlegen, fuhr seine kurzzeitig freie Hand über seinen Nacken und er merkte, dass seine Ohren aus Nervosität wieder leicht zuckten. „Im Kulturzentrum in Jung-gu findet nächste Woche ein kleiner Workshop statt. Ein paar ältere Damen bringen dort traditionelle Tänze bei. Nichts Großes, eher etwas Gemütliches. Dachte, das wär vielleicht was für dich? Unter der Woche ist dort meistens nicht viel los.“ Noch ehe seine bessere, dezent kratzbürstige Hälfte antworten konnte, deutete er mit einem Kopfnicken nach vorn und gab ihr die Chance erst gar nicht reagieren zu müssen. Er konnte sich dunkel erinnern, dass sie ihm einmal ausversehen steckte, früher getanzt zu haben und sowas speicherte sein Gedächtnis natürlich sofort ab.
Hinter den Bäumen schimmerte bereits das warme Licht der Imbissstände, über denen kleine Rauchschwaden in den Nachthimmel stiegen. Der Duft der scharfen Marinade wurde mit jedem Schritt intensiver und sein Durst nach einer kühlenden Bananenmilch umso größer. „Finden wir erstmal heraus, ob dein Maeun Tteokkochi wirklich so scharf ist, wie du behauptest.“ Über einen gesetzten Schulterblick sah er seine beste Freundin halb mäkelnd an. „Ich habe nämlich den Verdacht, dass du mich gerade sehenden Auges in mein Verderben führst.“ Wortwörtlich, inklusive Bauchschmerzen über Nacht, wenn er nicht mit der Schärfe aufpasste.
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Before Tomorrow - von Kwon Woo-Jin - 02.08.2026, 15:10
RE: Before Tomorrow - von Song Jieun - 02.08.2026, 22:39
RE: Before Tomorrow - von Kwon Woo-Jin - 02.08.2026, 23:54
RE: Before Tomorrow - von Song Jieun - 03.08.2026, 01:05
RE: Before Tomorrow - von Kwon Woo-Jin - 03.08.2026, 15:15
RE: Before Tomorrow - von Song Jieun - 06.08.2026, 00:46
RE: Before Tomorrow - von Kwon Woo-Jin - 10.08.2026, 10:38
RE: Before Tomorrow - von Song Jieun - 13.08.2026, 02:57
RE: Before Tomorrow - von Kwon Woo-Jin - 14.08.2026, 22:59

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